Die Pension wird länger!
Aus dem Ruhestand wird ein eigener Lebensabschnitt
Wer heute in Pension geht, hat häufig noch viele Jahre vor sich. Die steigende Lebenserwartung verändert damit nicht nur unser Bild vom Alter – sie verändert auch die Bedeutung der Pension.
Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde der Ruhestand vielfach als vergleichsweise kurze letzte Lebensphase betrachtet. Heute kann die Zeit nach dem Berufsleben 20, 25 oder sogar 30 Jahre umfassen.
Mit 65 ist noch lange nicht Schluss
Die Zahlen machen die Entwicklung deutlich: Die Lebenserwartung in Österreich ist in den vergangenen 25 Jahren merklich gestiegen. Besonders interessant ist dabei die weitere Lebenserwartung im höheren Alter.
Ein 60-jähriger Mann kann heute statistisch noch mit rund 23 weiteren Lebensjahren rechnen, eine 60-jährige Frau mit rund 26 Jahren.
Wer also mit Mitte 60 in Pension geht, steht statistisch keineswegs unmittelbar vor dem Lebensende. Für viele beginnt vielmehr eine Lebensphase, die zwei Jahrzehnte oder länger dauern kann.
20 Jahre Pension verändern die Perspektive
Eine längere Pension eröffnet Möglichkeiten: mehr Zeit für Familie und Freunde, Reisen, Hobbys, Weiterbildung, ehrenamtliches Engagement oder auch eine berufliche Tätigkeit in reduziertem Ausmaß.
Gleichzeitig bedeutet ein längerer Ruhestand aber auch, für einen wesentlich längeren Zeitraum vorauszudenken.
Mit 65 mögen viele Themen noch weit entfernt erscheinen. Mit 75 oder 80 können sich die persönlichen Bedürfnisse jedoch deutlich verändert haben. Gesundheit, Mobilität, Unterstützung im Alltag und finanzielle Reserven gewinnen dann häufig an Bedeutung.
Eine Planung für die Pension sollte deshalb heute nicht nur die ersten Jahre nach dem Berufsleben berücksichtigen, sondern möglicherweise einen Zeitraum von 20 Jahren und mehr.
Nicht nur länger leben – länger aktiv bleiben
Entscheidend ist außerdem, dass sich unser Bild vom Alter verändert.
Menschen zwischen 65 und 75 sind heute vielfach aktiv, mobil und gesellschaftlich engagiert. Der klassische Begriff des „Ruhestands“ beschreibt diese Lebensphase deshalb nur noch bedingt.
Aus einigen Jahren Pension ist für viele Menschen ein eigenständiger Lebensabschnitt geworden – mit unterschiedlichen Phasen, Bedürfnissen und Möglichkeiten.
Auch die finanzielle Planung bekommt eine neue Dimension
Je länger die Pension dauert, desto wichtiger wird die Frage, wie das verfügbare Einkommen und Vermögen über diesen Zeitraum eingesetzt werden.
Denn 20 oder 25 Jahre Ruhestand lassen sich anders planen als zehn Jahre. Neben den laufenden Lebenshaltungskosten können später zusätzliche Ausgaben entstehen – beispielsweise für Gesundheit, Unterstützung oder Pflege. Gleichzeitig möchten viele Menschen ihr vorhandenes Vermögen nicht ausschließlich für später bewahren, sondern sich auch während der aktiven Pensionsjahre Wünsche erfüllen und Lebensqualität ermöglichen.
Genau hier liegt eine der großen Veränderungen unserer Zeit: Es geht bei der Pensionsplanung nicht mehr ausschließlich um finanzielle Absicherung im hohen Alter. Es geht zunehmend darum, einen langen Lebensabschnitt bewusst zu gestalten.
Aus dem Lebensabend werden Lebensjahre
Die steigende Lebenserwartung ist daher weit mehr als eine demografische Kennzahl. Sie verändert die Frage, wie wir über die Zeit nach dem Berufsleben denken.
Wer heute mit 60 oder 65 seine Pension plant, plant möglicherweise für die kommenden zwei oder drei Jahrzehnte.
Vielleicht sollten wir deshalb weniger vom „Lebensabend“ sprechen -und mehr darüber, was wir mit all den Jahren anfangen möchten, die vor uns liegen.
Quelle: Statistik Austria, demografische Indikatoren und Sterbetafeln zur Lebenserwartung in Österreich
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- September 23, 2026















