Gebrauchtimmobilien in Österreich: Vom Preisrutsch zum moderaten Aufschwung

Nach Jahren des Immobilienbooms hat der österreichische Markt für Gebrauchtimmobilien eine deutliche Kurskorrektur erlebt und befindet sich nun in einer Phase der Stabilisierung mit vorsichtig positiven Vorzeichen. Besonders die Jahre 2023 und 2024 waren geprägt von spürbaren Preisrückgängen, bevor sich 2025 ein neuer Gleichgewichtspunkt herausgebildet hat.

Gebrauchtimmobilien in Österreich: Vom Preisrutsch zum moderaten Aufschwung

Rückblick: Boom, Korrektur, Bodenbildung

Während Wohnimmobilienpreise bis 2022 in fast allen Regionen deutlich zweistellig zulegten, brachte die Zinswende ab 2022 und strengere Kreditvergabe erstmals Gegenwind. 2023 sanken die Preise österreichweit im Schnitt um rund 2,5–3%, bei gebrauchten Objekten in manchen Lagen noch stärker. 2024 galt vielen Marktbeobachtern als „Jahr der Bodenbildung“: Die großen Abstürze blieben aus, die Preise bewegten sich seitwärts oder leicht nach unten, während sich Käufer und Verkäufer langsam an das neue Zinsniveau gewöhnten.

2025: Gebrauchte Objekte rücken in den Fokus

2025 hat sich der Blick klar auf den Gebrauchtmarkt verschoben. Der Grund: Neubauprojekte wurden wegen hoher Baukosten, Fachkräftemangel und strenger Finanzierung deutlich zurückgefahren; in manchen Prognosen wird von einer Halbierung der Fertigstellungen bis 2026 gesprochen. Das knappe Neubauangebot erhöht den Druck auf Bestandswohnungen und -häuser. Wer kaufen will, landet oft bei gebrauchten Immobilien.

Für Käufer bedeutet das:

Prognose 2026: Leicht steigende Preise im Bestand

Aktuelle Studien und Marktberichte erwarten für 2026 einen moderaten Aufschwung am österreichischen Wohnimmobilienmarkt, von dem auch der Gebrauchtsektor profitiert. Im Durchschnitt rechnen Institute mit Preissteigerungen von etwa 2,5–3% pro Jahr, nach der Seitwärts- bis Minimalplus-Phase 2025. Entscheidend ist dabei die Lage: In Ballungsräumen und attraktiven Umlandgemeinden sind leichte Preisanstiege wahrscheinlicher als in strukturschwächeren Regionen, wo der Markt länger seitwärts laufen kann.

Unterschiede zwischen Wohnungen und Häusern

Was bedeutet das für Käufer und Verkäufer?

Für Käufer eröffnet die aktuelle Marktphase Chancen, aber mit realistischen Erwartungen: Die drastischen Preisrückgänge der Korrekturjahre sind größtenteils vorbei und 2026 deutet vieles auf leicht steigende Preise hin. Wer solide finanzieren kann, findet im Gebrauchtsegment eine größere Auswahl als im Neubau, sollte aber genau auf Lage, Zustand und Energieeffizienz achten.

Verkäufer profitieren davon, dass die Nachfrage nach Bestandsimmobilien wieder zunimmt, müssen aber stärker als früher zwischen „Top-Lage, top saniert“ und „Durchschnittslage mit Sanierungsbedarf“ unterscheiden. Gut bewertete und fair bepreiste Objekte haben 2025/26 gute Chancen, zügig einen Käufer zu finden, Luxuspreise ohne Marktbezug funktionieren dagegen kaum noch.

Quellen & weiterführende Informationen