Lebenserwartung in Österreich: Wo stehen wir?
Statistik Austria veröffentlicht regelmäßig Sterbetafeln und demographische Indikatoren, darunter die fernere Lebenserwartung („verdiente Lebensjahre ab einem bestimmten Alter“) sowie Lebenserwartung bei Geburt und in Gesundheit.
Nach den neuesten verfügbaren Zahlen liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in Österreich nach Geburt bei etwa 79,5 Jahren für Männer und 84,2 Jahren für Frauen
Unterschiede nach Geschlecht
Frauen haben durchwegs eine höhere Lebenserwartung als Männer – gleich ob bei Geburt oder späterem Alter. Die Differenz beträgt mehrere Jahre. Das hat viele Ursachen, z. B. Unterschiede im Gesundheitsverhalten, Arbeitsbedingungen, Lebensstil, aber auch biologische Faktoren.
Beispiel: 35-jährige Männer mit Hochschulabschluss haben eine prognostizierte Lebensdauer von etwa 84,4 Jahren, während gleichaltrige Männer mit Pflichtschulabschluss mit etwa 77,7 Jahren rechnen können. Bei Frauen gleichen Alters liegt der Unterschied zwischen Hochschulabschluss und Pflichtschule bei etwa 3,8 Jahren (87,2 vs. 83,3 Jahre).
Einfluss des Bildungsstands
Ein besonders klarer Faktor bei der Lebenserwartung ist der Bildungsgrad. Wer eine höhere Bildung abgeschlossen hat, lebt im Schnitt länger. Das zeigt sich sowohl bei Männern als auch bei Frauen, jedoch ist der Vorsprung bei Männern häufig markanter.
So haben Männer mit Hochschulabschluss deutlich bessere Werte verglichen mit Pflichtschulabschluss, was sich sowohl auf die Lebenserwartung ab Geburt als auch auf die „ferne Lebenserwartung“ ab einem Alter wie 35 oder 65 Jahren bezieht.
Gesundheit & subjektives Empfinden
Nicht nur objektive Zahlen zeigen Unterschiede: Auch der subjektive Gesundheitszustand wirkt sich stark aus. Wer seinen Gesundheitszustand als „sehr gut / gut“ einschätzt, hat – statistisch gesehen – eine höhere Lebenserwartung.
Was sagt die ferne Lebenserwartung?
Die ferne Lebenserwartung berechnet, wie viele Jahre eine Person voraussichtlich noch leben wird, ab einem gegebenen Alter (z. B. ab 35 oder ab 65). Das ist hilfreich, um Lebensqualität und Vorsorge über das bereits erreichte Alter hinaus einzuschätzen.
Beispiel: Ein 35-jähriger Mann mit Hochschulabschluss kann in Österreich im Schnitt mit etwa 84,4 Lebensjahren rechnen. Verglichen mit seiner möglichen Lebenserwartung mit niedrigerem Bildungsabschluss ist das ein erheblicher Unterschied.
Regionale Unterschiede & sozioökonomischer Kontext
Die Daten zeigen auch, dass die Lebenserwartung nicht in allen Regionen gleich hoch ist. Unterschiede zwischen Bundesländern, Stadt vs. Land, sowie Bezirke sind vorhanden. Allgemein gilt: In Gebieten mit besseren sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und höherer Bildungsinfrastruktur ist die Lebenserwartung höher. Statistik Austria hebt insbesondere die Bildung als starken Einflussfaktor hervor.
Fazit & Ausblick
Österreich hat eine vergleichsweise hohe Lebenserwartung – Männer im Alter von Geburt etwa ~79,5 Jahre, Frauen ~84,2 Jahre. Doch diese Gesamtdaten verdecken große Unterschiede:
- Bildung hat einen starken Einfluss: Höher Gebildete leben im Schnitt deutlich länger.
- Geschlechterunterschiede bleiben bestehen, wobei Frauen generell länger leben.
- Regionale und soziale Unterschiede wirken ergänzend: Wer in wirtschaftlich stärkeren Regionen lebt, Zugang zu besserer Gesundheitsversorgung und günstigeren Lebensbedingungen hat, profitiert.
Langfristig wird es entscheidend sein, wie Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, Bildungschancen und zur Verringerung sozialer Ungleichheiten umgesetzt werden, um die Lebenserwartung für alle möglichst gleich zu erhöhen.
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- Oktober 1, 2025















